Montag, 25 April 2022 09:29

2000 Menschen demonstrierten gegen das Abbaggern der Ortschaft Lützerath für den Tagebau Garzweiler

Written by
Rate this item
(0 votes)
VON OLIVER TRIPP Lützerath. „Lützi bleibt“ so lautet die Parole vieler am Rande des Tagebaus Garzweiler. Die Worte erinnern an den Kampf der Klimaaktivisten um den Hambacher Forst unter dem Motto „Hambi bleibt“. Nach Angaben der Polizeipressestelle Aachen waren es 2000 Menschen, die am Samstag zum Demonstrationszug gekommen waren, der vom Ortsrand Immerath ins rund zwei Kilometer entfernte Lützerath ging. Ziel war die Bühne in der Einfahrt zum Hof des Landwirts Eckardt Heukamp, dessen weitläufiges Gelände längst zu einem offenen Camp für Klimaaktivisten geworden ist. Es ist nur wenige hundert Meter von der Abbaukante des Tagebaus entfernt.Zur Demonstration hatten „Alle Dörfer bleiben“, „Ende Gelände“, „Fridays for Future Deutschland“, „Greenpeace Deutschland“, „Klima Allianz Deutschland“, „Lützerath lebt!“ und die „Naturfreunde Deutschland“ aufgerufen. Internationales Anliegen Auch wenn es am Samstag um „einen lokalen Kampf um die Einhaltung der 1,5 Grad-Grenze zur Klimaerwärmung in Deutschland“ gehe, machten Gäste wie Juan Pablo Gutierrez, der von den Steinkohleprotesten der Yupka in Kolumbien erzählte, oder Ilyess El Kortbi und Nox Kubar von „Fridays for Future Ukraine“, die internationale Dimension der Klimakrise deutlich, sagte Pauline Brünger in einer Pressekonferenz vor Beginn der Demo. Heukamp zeigt sich enttäuscht Mit einem freundlichen „Schön, dass ihr gekommen seid“ begrüßte auch der Hausherr der Veranstaltung, Eckard Heukamp, die Demonstranten vor der Haustür des elterlichen Hofs. Nach zehn Jahren Kampf vor den Verwaltungsgerichten Aachen und Münster, zunächst um sein Eigentum in Borschemich und jetzt um seinen Hof in Lützerath, bleibe ihm jetzt noch Zeit, seine Arbeiten bis zum 1. September dieses Jahres zu erledigen, dann erfolge die Übergabe seines Hofs an den Bergbaubetreiber. Er rechne dann auch mit einer Räumung des Camps der Klimaaktivisten. „Das Bergrecht bricht alle Bürgerrechte“, habe er vor Gericht bitter erfahren müssen, sagte Heukamp im Gespräch. Die Braunkohle habe großen Rückhalt bei den Parteien, die Politik müsse endlich für eine deutliche „rote Linie“ sorgen. Enttäuscht zeigte er sich von der Bundesregierung. Obwohl die Grünen mitregierten, tue sich zu wenig. Angesichts des Krieges in der Ukraine rechne der Landwirt sogar mit einer vorübergehende Renaissance der Braunkohle, auf lange Sicht müssten die erneuerbaren Energien schleunigst die Verstromung der Braunkohle ersetzen. Den Keyenberger Dörfern rechnete Heukamp gute Chancen auf ein Bleiben ein. Zum Abschlussbild der Demo formierten die Demonstranten ein Kreuz, das zum Symbol für die Zerstörung der Ortschaften im Zuge des Braunkohlentagebaus geworden ist. Und viele wagten einen Blick in den Tagebau dicht an der Abbaukante. Als „absolut friedlich“ bezeichnete die Polizei den Verlauf der Kohledemonstration.
Read 206 times
Ado van de Filmchens

Freier Journalist, Fotograf u. Filmemacher

Image Gallery

Leave a comment

Make sure you enter all the required information, indicated by an asterisk (*). HTML code is not allowed.

More Demos
 
 
JSN Expnews is designed by JoomlaShine.com | powered by JSN Sun Framework