Montag, 25 April 2022 09:18

Leinen los: So wird man zum Skipper

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Bootsführerschein "Binnen" für den zukünftigen Inden- u. Hambachsee erforderlich. AvdF VON BERNHARD KRIEGER (RND) Jachtsegeln verbinden viele mit Freiheit. Und es wird beliebter. Diesen Eindruck bestätigt Christiane Perlewitz vom Deutschen Segler-Verband (DSV). Die Anfragen nach Mitgliedschaften in Segelvereinen und das Interesse an Liegeplätzen hätten zugenommen, sagt sie. Auch der Gebrauchtbootmarkt war zeitweise leer gefegt. „Was noch schwimmt, wird gekauft und wieder fit gemacht“, sagen Insider. Interessenten sollten sich unabhängig beraten und das Objekt ihrer Begierde von einem Gutachter prüfen lassen. Generell sollte man sich bewusst sein: Bootseigner sein, ist kein billiger Spaß. Liegeplatz, Wartung, Versicherung und Überwinterung verschlingen schnell Tausende Euro pro Jahr. Viele Seglerinnen und Segler schließen sich deshalb zu Eignergemeinschaften zusammen, andere chartern lieber. Das Segelmagazin „Yacht“ ist voll mit Angeboten von Charterfirmen und Jachtmaklern, die Jachten von kleinen Vercharterern weltweit online anbieten. Der dritte Weg zur Charterjacht führt über große Anbieter wie Sunsail, die weltweit eigene Jachten vermieten. Die schwimmende Ferienunterkunft verursacht abgesehen von etwa Kosten für Diesel keine Ausgaben mehr, wenn gesegelt oder in Buchten geankert wird. In Marinas und in Häfen fallen Liegegebühren an. Bevor der Traum vom selbstständigen Jachtsegeln in Erfüllung gehen kann, muss man das Segeln lernen. Das heißt: Theorie büffeln und Prüfungen bestehen. Der Sportbootführerschein (SBF) ist die Eintrittskarte. Für Binnengewässer benötigt man den SBF Binnen, für das Meer den SBF See, sofern das Boot einen mehr als 15 PS starken Motor hat. Auf die Prüfungen vorbereiten kann man sich etwa in Vereinen, Segelschulen oder Onlinekursen. In der Theorieprüfung müssen 30 aus 300 möglichen Fragen im Multiple-Choice-System beantwortet werden. Schwieriger sind da schon die Navigationsaufgaben auf Seekarten. Bei der Praxisprüfung werden verschiedene Manöver abverlangt. Pflicht sind das An- und Ablegen sowie die Rettung eines über Bord gegangenen Menschen und für den SBF See noch Steuern nach Kompass und Peilen. Weitere Manöver können je nach Schein etwa Segel setzen und bergen oder kursgerechtes Aufstoppen sein. Jochen Rieker, Chefredakteur des Segelmagazins „Yacht“, rät bei der Wahl der Schule, darauf zu achten, wie viele Stunden Fahrzeit bis zur Prüfung garantiert sind. „Unserer Einschätzung nach sollten es fünf Stunden pro Person sein“, sagt er. Rein rechtlich reicht der einschließlich Prüfungsgebühren rund 500 Euro teure SBF See, um mit der eigenen Privatjacht über die Meere zu schippern. Wer ein Boot ausleihen möchte, muss jedoch bei den meisten Vercharterern den Sportküstenschifferschein (SKS) vorweisen. Dies ist der einzige international anerkannte Nachweis, dass man eine Jacht sicher führen kann. Ist auch der mit Schulung rund 500 Euro kostende SKS-Schein bestanden und für Boote mit Funkgerät zudem noch die obligatorische Funkzeugnisprüfung abgelegt, steht der großen Freiheit auf See nichts mehr im Weg.
Read 278 times Last modified on Montag, 25 April 2022 14:47
Ado van de Filmchens

Freier Journalist, Fotograf u. Filmemacher

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